Warum ich die Yoga-Lehrerin sterben ließ – und warum sie jetzt zurück ist

Es war ein willkürlicher Dienstag um 18:30 Uhr.

Ich wollte Yoga machen. Ich suchte eine Onlinestunde heraus, landete bei einem Lehrer, den ich nur vom Hörensagen kannte.

Er begann die Stunde mit einem Mantra.

Ich hatte das Mantra noch nie gehört. Und trotzdem kullerten mir Tränen über die Wangen. Es war, als würde sich meine Seele an etwas erinnern, das der Verstand längst vergessen hatte. Eine Transmission, die ich nicht erklären konnte, aber der ich nachgehen musste.

Das war 2022. Und es war der Beginn meiner zweiten Yogaausbildung.

Wie alles begann – und wie es weiterging

 

Meine erste Yogaausbildung hatte ich 2013 abgeschlossen. Danach machte ich mich mit einer Freundin selbstständig: Happy Yoga in Potsdam.

Fünf wunderschöne Jahre, in denen wir wöchentliche Kurse im schönsten Yogaraum aller Zeiten anbaten, Events und Retreats organisierten, mit unserer Community gewachsen sind, gelacht haben - es war tatsächlich eine echte Happy Time.

Aber ehrlich gesagt war Yoga damals ein Hobbybusiness. Wir hatten beide einen Hauptberuf. Für mich war das mein Coachingbusiness, das noch in den Anfängen stand.

Um das aufzupeppen ging ich 2019 in ein Business-Mentoring und bekam den Rat, mich unbedingt auf eine Sache zu fokussieren. Menschen sollen mich mit einer Identität kennen – entweder als Yogalehrerin oder als Coach.

Ich entschied mich für die Coachin.

Und ich ließ die Yogalehrerin sterben.

Warum das damals richtig war

Es war nicht nur eine rationale Entscheidung, es war auch das richtige Timing. 2020 kam Corona. Und genau dieser Fokus half mir, mein Coachingbusiness wirklich aufzubauen. Ich bin heute überzeugt:

Ohne diese Entscheidung wäre ich nicht da, wo ich bin.

Aber nach ein paar Monaten merkte ich etwas.

Mir fehlte das Yoga. Als Teil von mir.

Ich bin eine Yogini. Das ist keine Rolle, die ich spiele – das bin ich. Und diesen Teil von mir einfach wegzudefinieren, weil es strategisch sinnvoll erschien… das funktionierte nicht dauerhaft.

Also nahm ich meine Berliner Yogagruppe wieder auf. Etablierte eine monatliche Yin-Yogastunde, begann Yogaelemente in meine Programme zu integrieren und Retreats anzubieten in denen ich Yoga mit Persönlichkeitsentwicklung verbinde.

anna rischke-2

Was Yoga wirklich ist – und warum es so viel mehr kann, als du denkst

Wenn die meisten Menschen an Yoga denken, denken sie an Kraft- und Dehnübungen auf einer Matte. An Flexibilität. Vielleicht an Entspannung.

Das ist, wie wenn dich jemand fragt, ob du kochen kannst – und meint, ob du Wasser kochen kannst.

Yoga ist ein riesiger Werkzeugkasten.

Asana – die Körperübungen – sind nur ein Teil des Spektrums. Dazu kommen Atemtechniken, Bewusstseinsübungen, Meditation, Philosophie, jahrtausendealtes Wissen darüber, wie Menschen funktionieren, was sie blockiert und was sie befreit.

Und in meiner zweiten Ausbildung, die mich tief in die Yogaphilosophie geführt hat, ist für mich ein Verständnis gewachsen, das ich heute mit aller Überzeugung ausspreche:

Yoga ist der Weg in die Befreiung.

Befreiung von den Konditionierungen. Von den Glaubenssätzen, die wir übernommen haben, ohne sie je zu hinterfragen. Von den Mustern, die uns klein halten. Von der Schicht um die Schicht, die uns daran hindert, bei uns selbst anzukommen – in unserem Kern.

Anna Richke Happy Yogini-2

Warum das alles mit dir zu tun hat

Das ist exakt das, was ich auch als Coach tue.

Für mich verschwimmen die Grenzen zwischen Yoga und Coaching längst. Beide haben dasselbe Ziel: den Menschen aus dem Kopf ins Herz zu bringen. In die Verbindung mit sich selbst. In die Handlungsfähigkeit, die aus dem Inneren kommt – nicht aus Angst, Druck oder dem, was andere erwarten.

Und heute weiß ich:

Wir können uns nicht wirklich entwickeln, wenn unser Nervensystem im Ausnahmezustand ist.

Wir können nicht kreativ sein, nicht mutig entscheiden, nicht authentisch führen – wenn der Körper im Überlebensmodus steckt.

Yoga reguliert das Nervensystem. Das ist keine spirituelle Behauptung, das ist Physiologie.

Deshalb gehört Yoga zu meiner Arbeit. Nicht als nettes Add-on.

Es ist fundamental für erfolgreiche, nachhaltige Veränderungsprozesse. 

Zurück – aber anders

Ich bin heute nicht mehr die Yoga-Lehrerin von 2014. Und ich bin auch nicht die Coach von 2019, die Yoga aus ihrem Profil gestrichen hat.

Ich bin ich.

Mein Werkzeugkasten ist groß: Coaching, Human Design, mentale Techniken, Yoga – Asana, Atem, Philosophie, Bewusstsein.

All das gehört dazu, weil es alles demselben dient: dir zu helfen, zu dir zu finden.

Dass ich das heute mit Stolz sage – Ich bin Yogalehrerin – hat nichts mit einem Titel zu tun.

Es hat damit zu tun, dass ich aufgehört habe, mich selbst in Schubladen zu stecken, die andere für mich gebaut haben.

Und vielleicht ist genau das die beste Yoga-Lektion, die ich dir mitgeben kann.

 

 

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Anna Rischke ist Berufungscoach, Human-Design-Facilitatorin und Yogalehrerin. Sie begleitet Menschen – vor allem Frauen – dabei, aus Erschöpfung und Sinnleere in berufliche Erfüllung zu finden.

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Herzlichst,

Anna

1 Kommentar

  1. Veröffentlicht von anna am 02/06/2026 um 09:40

    liebe Anna
    ich habe gerade deine Blog Artikel gelesen und es ist sehr inspirierend, so schön zu lesen wie alles zusammen kommt und genau Du Deinen weg gefunden hast, ich kann es nur bestätigen das Du es vollkommen verkörperst.
    danke

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